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„2010 war ein riesengroßer Flop für sie“, formulierte es der Sportausschuss-Vorsitzende Timo Schisanowski bei der Laudatio auf Nele Hollmann - und bezog sich auf die Hochsprungtechnik der 18-Jährigen, die noch im Trikot des Elseyer TV im letzten Sommer überraschend den deutschen Jugendtitel gewonnen hatte. Nun beim TSV Hagen 1860 knüpft sie daran an, wurde im noch jungen Jahr schon Westfalenmeisterin bei Frauen und A-Jugend. Den Ehrenpreis für Platz eins bei den Sportlerinnen, den sie sich allerdings nach Stimmengleichstand bei der Jury mit der auch für Bundesligist SV Deiringsen aktiven Sportschützin Kerstin Appelbaum (SV Lennetal) teilen musste, nahm Mutter Elke Hollmann entgegen. Dritte wurde Frauke Poth, deutschen Turn-Seniorenmeisterin vom TSV Vorhalle.
Auch Herren-Sieger David Zentarra (FFC Hagen), unter anderem deutscher Meister und WM-Dritter im Federfußball, fehlte aufgrund eines Wettkampfes in Ungarn entschuldigt, für ihn kamen Vater Ludwin und FFC-Teamkollege Arne Twer auf die Bühne. Bei den Sportlern gab es eine klare Rangfolge, Badmintonspieler Hendrik Westermeyer (BC Hohenlimburg) - 2010 noch mit Bundesligist SCU Lüdinghausen Dritter bei den deutschen Meisterschaften - wurde Zweiter vor Mittelgewichts-Bezirksmeister Numan Kaya von den Boxern des BSC Haspe. „In diesem Jahr ehren wir Sportler des Jahres, die weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit aktiv sind“, hob Laudator Dieter Friedhoff hervor.
Dies galt auch für die Teams. Mannschaft des Jahres wurden die Baseball-Herren der Hagen Chipmunks nach ihrem Aufstieg in die NRW-Liga vor - jeweils auf Rang zwei - den Badmintonspielern des BC Hohenlimburg, Regionalliga-Spitzenreiter, und den Handballern der Berufsfeuerwehr Hagen, die zum dritten Mal in Folge den deutschen Feuerwehrtitel holten. Sonderpreise gab es zudem für Friedbert Preuß (Polizei SV Hagen), der vor seinem 30. Marathon steht, und das von Heinz-Werner Schmunz initiierte Basketball-Projekt BBV Unified, bei dem geistig behinderte und nicht behinderte Spieler im normalen Wettkampfbetrieb zusammenspielen. „In ganz Europa gibt es kein zweites derartiges Projekt“, würdigte Laudator Frank Walter (Sparkasse).
Neuorientierung zur Stadt
Die Ehrungen bildeten die Klammer für den von Fichte-Chef Reinhard Flormann moderierten 14. SSB-Neujahrsempfang in unterkühlter Halle. Etwa 360 Aktive und Ehrenämtler waren der Einladung gefolgt und spendeten vor allem den Auftritten von Fortuna-„Freestylern“ und Friesen-„Tanzkids“ viel Applaus. Vor versammelter Politprominenz begnügten sich SSB-Chef Dietmar Thieser und Dagmar Freitag (Sportausschuss-Vorsitzende im Bundestag) mit erfreulich kurzen Ansprachen. Wobei Thieser („Wir sind eine gute Sportstadt“), der ausdrücklich für Stolz auf die „schönen Sportstätten“ wie die ausgebaute Ischelandhalle warb, angesichts der Finanzlage eine Neuorientierung im Verhältnis zur Stadt propagierte. „Als erstes müssen wir formulieren, was wir wollen, dann die Realisierung dessen selbst vorantreiben“, sagte er, „und danach erst mit der Stadt darüber reden, was sie beitragen kann.“ Es gebe nur eine Sportpauschale und die reiche eben nicht dafür, fünf Plätze mit Kunstrasen auszustatten. Eine Einstellung, die Dagmar Freitag unterstützte und mit Blick auf die Bundesebene und den Deutschen Olympischen Sportbund anfügte: „Diese Botschaft ist leider noch nicht überall angekommen.“
Hagen, 23.01.2011, Axel Gaiser
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